Fachnetzwerk Dissozialität

Alt werden im Straf- und Massnahmenvollzug

Verfasst von Baumeister Barbara am 09. Juli 2009

Auch wenn Inhaftierte im Pensionsalter auf absehbare Zeit eine Minderheit im Strafvollzug bleiben werden, ist angesichts der Veränderungen in der Altersstruktur der Gesellschaft davon auszugehen, dass diese Zahl in der Schweiz wie in anderen Ländern wächst.

Ältere Inhaftierte bedürfen eines Angebots, das ihrer besonderen Lebenssituation gerecht wird. Das Straf- und Mass­nahmenvoll­zugs­personal braucht Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit alten Insassen. Die Anstalten sollten angepasst sein an die spezifischen Bedingungen pflegebedürftiger und altersbedingt behinderter Menschen. Institutionen im Straf- und Massnahmen­vollzug sind auf diese Herausforderung bisher nicht oder nur unzureichend eingestellt. Eine fundierte Studie, welche die Thematik für den Straf- und Massnahmenvollzug in der Schweiz sozialwissenschaftlich bearbeitet, liegt bisher nicht vor. Die hier geplante Untersuchung dürfte deshalb sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis von grossem Nutzen sein.

In einem ersten Schritt wird mittels sekundärstatistischer Analyse der Daten des Bundesamtes für Statistik eine Bestandesaufnahme für die gesamte Schweiz gemacht. Die Analyse dieser Daten gibt einen Überblick über die Situation älterer Insassen, deren zahlenmässige Entwicklung und allgemeine Hinweise zur Unterbringung innerhalb der Vollzugseinrichtung. Auf der Grundlage einer qualitativen Untersuchungsanlage werden in einem zweiten Schritt ältere Insassen und Vollzugsmitarbeitende der Strafvollzugskonkordate der Ostschweiz und der Nordwest- und Innerschweiz, befragt. Die Analyse der Sicht- und Erlebensweisen dieser beiden Zielgruppen ist wichtig, um die Thematik aus verschiedenen Perspektiven zu erfassen.

Das Ziel des Projektes besteht darin, bessere Kenntnisse über die spezifischen Belastungssituationen der älteren Insassen und die konkreten Herausforderungen, mit denen das Vollzugspersonal in der Betreuung der Zielgruppe konfrontiert ist, zu gewinnen. Die Studie soll Grundlagen liefern, um eine bedarfs- und problemgerechte Planung von Vollzugsplätzen für ältere Menschen im schweizerischen Straf- und Mass­nahmenvollzug vornehmen zu können.

Projektpartner: 

Kantonale Strafanstalt Pöschwies, Regensdorf; Massnahmenzentrum Bitzi, Mosnang; Kantonale Strafanstalt Saxerriet, Salez; Schweizerischer Nationalfonds DORE

Projektleitung:

Barbara Baumeister, ZHAW, Departement Soziale Arbeit, Dübendorf, E-Mail: barbara.baumeister@zhaw.ch

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1 Antwort für „Alt werden im Straf- und Massnahmenvollzug“

1 | Norbert Naujoks

14. April 2011 um 20:02

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Sehr geehrte Fr. Baumeister, ich studiere Gerontologie an der FH Bern bei Prof. Kalbermatten. Ich bin gerade dabei mir ein Konzept für die Masterarbeit zu überlegen. Mich interessiert wie Menschen 50+ ihren Altersprozess im geschlossenen Massnahmevollzug erleben. Übergeordnete Themen sind: Identität, Wandel, Coping, Biografiearbeit, Netzwerke. Ich habe vor Interviews zu machen und daraus Interventionen abzuleiten die ein “erfolgreiches Altern” unterstützen.
Kann ich Ihre Forschung käuflich erwerben?
Es gibt nicht viel auf diesem Gebiet und mein Interesse ist dementsprechend gross. Ich habe vor ab 2012 meine Arbeit empirisch zu beginnen.
Mit freundlichen Grüssen
Norbert Naujoks

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  • Norbert Naujoks: Sehr geehrte Fr. Baumeister, ich studiere Gerontologie an der FH Bern bei Prof. Kalbermatten. Ich bin gerade dabei mir ein Konzept für die Masterarbe
  • Ingo-Wolf Kittel: Eine spezifisch-fachliche Stellungnahme zu Behauptungen nach Art von Singer und Roth sowie ähnlich ideologisch argumentierenden Psychologen wie Prinz
  • Ingo-Wolf Kittel: Die Debatte hat wesentlich mehr Aspekte, wie von der FR in ihrer siebenteiligen Serie auch dokumentiert - Überblick hier http://www.fr-online.de/kult
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